Was ist Mortellaro?

Es handelt sich bei Mortellaro (Dermatitis digitalis) um eine gefährliche multifaktorielle Erkrankung. Gefährlich ist die Erkrankung an den Klauen beim Rind vor allem deshalb, weil sie ansteckend ist. Diese Klauenerkrankung kommt zwar nur bei Kühen vor, aufgrund ihres infektiösen Charakters kann sich aus einem Einzelfall aber sehr schnell ein Problem im gesamten Rinderbestand ergeben.

Bedingt durch die moderne Tierhaltung tritt die Klauenerkrankung immer häufiger auf. Die Klauenpflegepraxis nimmt in puncto Mortellarosche Krankheit eine zentrale Rolle ein. Vor allem in der Milchwirtschaft führt das Ansteigen der infektiösen Hauterkrankung nicht selten zu wirtschaftlichen Verlusten.

Für Milchkuhbetriebe ist dies ein großes Problem, da die Krankheit nicht nur stark ansteckend ist, sondern auch eine erhebliche Leistungsminderung zur Folge hat. Die Erkrankung, auch kurz DD genannt, tritt vorwiegend im Bereich der Fesselbeuge und der Ballen auf. Es können außerdem der Zwischenklauenspalt und die Klauenvorderseite betroffen sein.

Damit insbesondere große Viehbetriebe auch weiterhin mit gesunden und vitalen Milchkühen arbeiten können, ist der Erwerb eines modernen Klauenbades in jeglicher Hinsicht von Vorteil. Denn Klauenwaschanlagen reduzieren Klauenerkrankungen nachweislich. In puncto Mortellaro können Klauenwaschanlagen sowohl präventiv eingesetzt werden.

Mortellaro: Bedeutung und Erscheinungsbild

In Milchkuhbetrieben kommt es immer wieder vor, dass in der Herde eine beachtliche Anzahl von Kühen an Lahmheit leidet. Die vermehrte Lahmheit innerhalb des Viehbestandes kann saisonal durchaus Schwankungen unterzogen sein. Sehr häufig tritt eine äußerst schmerzhafte Form der Erkrankung auf.

Die Mortellarosche Krankheit, auch bekannt unter den Begriffen Erdbeerkrankheit oder digitale Dermatitis, stellt eine eitrige Entzündung der Lederhaut und der Oberhaut dar. Für die Kühe ist die geschwürartige-eitrige Entzündung eine äußerst unangenehme Angelegenheit.

Bei Mortellaro verändert sich die Oberhaut, es handelt sich um eine ovale bis rundliche Veränderung. Die Entzündungen sind bevorzugt an den Hintergliedmaßen anzutreffen.

Da sich, bedingt durch die Evolution, bei den heutigen Milchkühen der Schwerpunkt nach hinten verlegt hat, sind die Hinterextremitäten des Rindes in der modernen Stallhaltung, deutlich höheren Belastungen ausgesetzt.

Die befallene Hautpartie ist mit einer Kruste oder einem schmierigen Belag bedeckt. Die Größe der betroffenen Hautfläche bewegt sich in der Regel zwischen mehreren Zentimetern und wenigen Millimetern. Deshalb ist ein frühzeitiges Erkennen ziemlich schwierig. Oftmals können derartig verdächtige Stellen erst nach einer Reinigung erkannt werden. Überlange und aufgestellte Haare grenzen die Wundstellen ab.

Mortellaro wird auch als Erdbeerkrankheit bezeichnet, weil die entzündliche Veränderung der Oberhaut eine leicht unebene, erhöhte und stark gerötete Oberfläche aufweist. Die Hautveränderung sieht der Oberfläche einer Erdbeere sehr ähnlich. Die Tiere reagieren äußerst schmerzempfindlich und sind zudem sehr berührungsempfindlich.

Mithilfe eines Klauenbades sind Sie in der Lage, Ihren Milchkühen enorme Schmerzen zu ersparen, ohne dabei – im Gegensatz zu etlichen anderen proklamierten Heilmethoden – mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen zu müssen.

Mortellaro: Gründe für das häufige Auftreten der tückischen Klauenerkrankung

Für die ansteckende Faktorenkrankheit gelten verschiedene Bakterienstämme als Ursache. Oft gelangt diese Klauenerkrankung in die Herde, wenn neue, bereits infizierte Tiere zugekauft werden.

Die begünstigenden Faktoren der Mortellaro Erkrankung sind Stress, bedingt durch eine überhöhte Besatzdichte, eine falsche oder vernachlässigte Klauenpflege sowie eine mangelhafte Stallhygiene bzw. ein inadäquates Stallklima. Auch eine abrupte Futterumstellung oder ein Fütterungsfehler kann dazu führen, dass der Befall der Erdbeererkrankung erleichtert wird.

Das ständige Stehen im Dreck und generell das Bewegen in einem feuchtwarmen Ambiente sind weitere Gründe, warum es zur Entstehung dieser Krankheit kommen kann.

Sauerstoffmangel, Feuchtigkeit und ein schlechter Hautzustand begünstigen das Entstehen der Dermatitis digitalis. Verschiedene Bakterienarten verursachen Mortellaro, die Treponema-Bakterienarten werden direkt über den Mist oder aber von Tier zu Tier übertragen.
Sind die Laufflächen nicht tiergerecht beschaffen, kann die multifaktorielle Erkrankung entstehen.

Durch scharfe Kanten, eine mangelnde Rutschfestigkeit und zu weite Spalten wird die Qualität der Liegeflächen in Kombination mit Feuchtigkeit und Verschmutzung drastisch reduziert. Beim ständigen Kontakt mit Gülle, dem Kot-Harn-Gemisch, den feuchten verdreckten Liegeflächen und Ausläufen kommt es vorab zur Vorschädigung der Klauenhaut.

Dabei wird die Haut aufgeweicht, allmählich wird die äußere Hornschicht dünner und letztendlich wird sie rissig. Just aus diesem Grunde ist für einen größeren Milchviehbestand die Nutzung einer Klauenwaschanlage überaus sinnvoll.

Die Mortellaro Erkrankung kann zudem durch eine verminderte körpereigene Immunabwehr ausgelöst werden. Das Auftreten der Erdbeerkrankheit wird allgemein durch Stressfaktoren begünstigt. Vor allem bei Hitzestress wird sie vermehrt beobachtet sowie auch in den ersten Wochen, nachdem die Kuh das Kalb zur Welt gebracht hat.

Welche Formen von Mortellaro gibt es?

Generell gilt Mortellaro als gut behandelbar, aber dennoch als schwer heilbare Erkrankung. Vorbeugende Maßnahmen sind deshalb von großem Nutzen. Die gängigen Formen der DD werden differenziert, es gibt aber bereits neue Formen der Erdbeerkrankheit, die den Wissenschaftlern noch ziemliche Probleme bereiten.

Die Erdbeerkrankheit wird auch als „italienischer Stinkfuß“ bezeichnet, wohl deshalb, da im vorigen Jahrhundert zwei italienische Forscher zum ersten Mal auf diese ansteckende und schmerzhafte Krankheit aufmerksam wurden.

Bei der ulzerativen bzw. erosiven Form sind die typischen Symptome der Erdbeerkrankheit der weiße Rand, die gerötete Oberfläche und im Hautbereich die langen abstehenden Haare.

Diese fadenförmigen und warzenartigen Fortsätze entstehen im fortgeschrittenen Krankheitszustand. Bei der chronischen bzw. proliferativen Form stechen hingegen Umfangsvermehrungen aus der Wunde bzw. Verletzung heraus.

Bei der digitalen Dermatitis ist es essentiell, das Augenmerk auf das Hauptreservoir zu richten. Zwischen den Weichballen verbergen sich oft sehr kleine Läsionen, die sich sehr schnell vergrößern können. Zwecks Therapie ist diese Tatsache bedeutsam.

In den letzten Jahren ist eine neue Form der Erdbeerkrankheit aufgetreten, die sogenannte „wuchernde“ Form von DD. Typisch für diese neue Form sind Wucherungen, die aus der Oberfläche fadenförmig herauswachsen.

Die Fäden sind hierbei ganz lang und dünn. Die Wucherungen können aber auch bei der neuen Form großflächig und warzenartig in Erscheinung treten. Auch diese Form kann wie bei der klassischen Form der digitalen Dermatitis bis in den Ballenbereich oder bis zu den Afterklauen auftreten.

Die wuchernde Form von Mortellaro tritt sehr häufig in größeren Rinderherden auf. Die Mortellarosche Krankheit nimmt flächendeckend in den Großbetrieben immer weiter zu.

Sowohl die klassische Form als auch die neue Form von DD können auf einer Klaue auch gemeinsam vorkommen. Leider nimmt die Zahl der chronisch erkrankten Kühe stetig zu. Das bedeutet, dass die tückische Dermatitis digitalis nach einer gewissen Ruhezeit wieder von neuem ausbrechen kann.

Welche Stadien von Mortellaro gibt es?

Im Fesselbereich und im Kronsaum (der Diagnoseschüssel für die Klauenpfleger) zeigt sich die Mortellarosche Erkrankung in verschiedenen Stadien. Die digitale Dermatitis kommt an den typischen Lokalisationen in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Diese Ausprägungen werden mit einer Zahl und dem Buchstaben M gekennzeichnet, der für Mortellaro steht.

M0: Die Klauen der Kuh wirken äußerlich gesund.

M1: Es handelt sich hierbei um kleinere Stadien. Frühe Defekte sind ersichtlich. Die infektiösen Veränderungen betragen noch weniger als zwei Zentimeter im Durchmesser.

M2: Bei dieser Form hat die Kuh Schmerzen. Das meist schmerzhafte Stadium wird auch als ulzerative Form bezeichnet. Eine beginnende Lahmheit ist zu erkennen und es ist eine akute, aktive Verletzung des Körpergliedes ersichtlich.

M3: An der infektiösen Stelle bildet sich dunkler Schorf, M3 wird auch das heilende Stadium genannt.

M4: Es handelt sich hierbei um chronische Stadien. Kleine Geschwülste sind noch zu erkennen. M4 ist durch meist wuchernde Hautveränderungen gekennzeichnet. Die Läsionen sind in diesen chronischen Stadien nahezu schmerzfrei für das Rind. Oberflächlich ist die betroffene Hauterkrankungsstelle abgeheilt, die Bakterien jedoch befinden sich noch in der Tiefe.

M5: Bei dieser DD-Form ist nicht offensichtlich, ob die Erdbeerkrankheit wirklich klinisch vollständig abgeheilt ist. Es besteht immer noch die Gefahr, dass in diesen Ruhestadien die betroffenen Stellen bei den Tieren wieder neu und ziemlich rasch aufbrechen. Leider stellen nicht selten jene Kühe das Reservoir für Mortellaro im gesamten Viehbestand dar.

Wo und wann tritt Mortellaro auf?

Die schmerzhafte und eitrige Entzündung tritt nicht allein bei Kühen auf, die vorzugsweise zur Milchproduktion gehalten werden. Mortellaro ist eine Faktorenerkrankung, die infektiöse Klauenerkrankung entsteht vordergründig durch eine lokale Infektion. Diese Infektion befällt die vorgeschädigte Haut.

Nachhaltig kann die Erdbeerkrankheit nur mit einer regelmäßigen Pflege der Klauen in den Griff bekommen werden. Mortellaro tritt hauptsächlich in sehr großen Milchwirtschaftsbetrieben auf, wo viel Feuchtigkeit, eine hohe Besatzdichte und unhygienische Stallbedingungen vorherrschen.

Ebenso günstig auf die Entstehung der Klauenerkrankung wirkt sich die Beschaffenheit der Böden aus, die keine artgerechte Tierhaltung ermöglichen und wo eine schlechte Liegeplatzgestaltung gegeben ist.

Die Risikofaktoren von Mortellaro

Die Klauenerkrankung tritt insbesondere immer dort auf, wo die Hinterbeine der Kühe viel auf feuchtem Untergrund herumstehen. Was die Erdbeerkrankheit betrifft, gilt: Feucht ist stets ungesund. Die erdbeerartigen Geschwüre bilden sich an der Fesselbeuge der Hinterbeine, genau am Übergang der Haut zum Ballenhorn.

Es können sich auch ein vermehrtes Sohlenhornwachstum und Krusten bilden. Vorgeschädigte Klauen werden besonders häufig von Bakterien befallen, da der Eintritt zur Zehenhaut besonders dann leicht stattfinden kann, wenn das Horn bereits aufgeweicht ist.

Besonders gefährdet sind all jene Kühe, die ständig im Mist stehen und somit permanent feuchte Klauen haben. Das Risiko ist hierbei ziemlich groß, dass Mortellaro sich rapide ausbreitet. Nicht nur Kühe, sondern generell Rinder sind betroffen. Die Klauenerkrankung breitet sich sowohl in Anbindeställen als auch in Laufställen aus.

Vollautomatische und mechanische Klauenwaschanlagen dienen vordergründig der adäquaten Klauenhygiene und somit dem Gesundheitserhalt der Tiere. Dadurch kann somit auch die Gefahr wirtschaftlicher Einbußen reduziert werden.

Nur bei jenen Milchkühen, die sich schmerzfrei bewegen können, ist man in der glücklichen Position, das Leistungspotenzial des Viehbestandes voll ausschöpfen zu können. Klauenbäder und die entsprechenden Klauenhygienesysteme helfen mit, dass die Kühe im Stall weiterhin gut zu Fuß unterwegs sind.

Die Haltungsbedingungen und die Klauengesundheit zählen zu den potenziellen Risikofaktoren bei den Rindern. Ein zentraler Risikofaktor für den Befall der Erdbeerkrankheit ist auch die Überkonditionierung der Muttertiere, insbesondere für Kühe, die immer wieder Schwergeburten ausgesetzt sind.

Welche Rolle spielt die Stallhygiene?

Bricht in Ihrem Bestand Mortellaro aus, dann sollten Sie alles unternehmen, sofort der Krankheit entgegenzuwirken. Es kommen immer mehrere Faktoren zusammen, die einen Ausbruch der Erdbeerkrankheit bewirken. Eine Infektion begünstigen mit Sicherheit immer drei Hauptrisikofaktoren: die Kuh selbst, die Führungsweise des Betriebes und das Individuum.

Kühe sind von ihrem Naturell her Fluchttiere, deshalb zeigen sie oft viel zu spät Schmerzen an. Sind bei einer oder bei mehreren Kühen bereits Lahmheitsanzeichen sichtbar, dann können Sie davon ausgehen, dass Ihre Kühe massive Schmerzen verspüren. Mortellaro brennt nämlich höllisch unter den Klauen und kann auch die Euter der Kuh befallen.

Die Klauengesundheit Ihres Viehbestandes ist von mehreren Faktoren abhängig. Dazu zählen insbesondere:

  • Fütterung,
  • Leistung,
  • züchterische Aspekte,
  • Haltungsform,
  • Klauenpflege und Stallhygiene.

Die Grundregeln einer nachhaltigen Klauenbehandlung

Bei der Klauenbehandlung sind Hygiene, Geduld und Vorsicht geboten. Das Klauenschneiden und das Klauenreinigen sollten stets von geschulten Fachkräften durchgeführt werden. Es sollte Stress bei Mensch und Tier vermieden werden.

Ein geordneter Ablauf sorgt stets für einen schnellen Durchgang. Das Schneiden der Klauen ist eine heikle Angelegenheit. Die Klauenpflege ist bezüglich Mortellaro eine Pflichtmaßnahme, um das Ausbreiten von DD verhindern zu können.

Weiterführende Quellen und Informationen

[1] https://mk-nutztierhygiene.de/wp-content/uploads/2017/05/Hygienesysteme-im-Einsatz-gegen-bakterielle-Klauenerkrankungen.pdf
[2] https://www.topagrar.com/archiv/Klarheit-fuer-Klauenbaeder-2620720.html?action.
[3[ http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/11196/pdf/RieglerMartin_2014_09_29.pdf
[4] https://www.landwirt.com/Antibiotika-wird-bei-Milchkuehen-sparsam-eingesetzt-,,19101,,Bericht.html
[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4598691/
[6| http://blog.buecherquelle.at/klauengesundheit-mortellaro-immer-oefter-ein-problem/
[7] https://noe.lko.at/mortellaro-eine-klauenerkrankung-auf-dem-vormarsch+2500+2464623ttp
[8]https://www.vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/wiederkaeuer/TGD_Merkblatt_Nr_1_Mortellaro_Dr_Kofler_Nov2015.pdf
[9]https://www.kuhgesundheit.de/2013/09/09/mortellarosche-krankheit-leistungsmindernd-und-ansteckend/
[10] https://www.dropbox.com/sh/q9zanmbcg9o3ixk/AAAbwdGs2TuQwbtEinFCcVXTa?dl=0
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